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Stabilität und Veränderungen in Erwerbsverläufen: Nur ein Arbeitgeber war schon immer die Ausnahme

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) ist der Frage nachgegangen, ob die Erwerbsbiografien im Zeitverlauf instabiler geworden sind. Die Analyse administrativer Arbeitsmarktdaten zeigt dabei laut IAB im Ergebnis, dass Erwerbsbiografien seit jeher weniger stabil sind als vielfach angenommen wird.

Die Ergebnisse verdeutlichen laut IAB, dass „der eine Arbeitgeber, dem man von der Ausbildung bis zur Rente verbunden blieb“, schon immer eher die Ausnahme war. Während die frühe Erwerbsphase mit geringeren Anteilen in Beschäftigung und einer höheren Zahl von Arbeitgeberwechseln einhergeht, ist die späte Erwerbsphase eher von wenigen Arbeitgeberwechseln und höheren Anteilen in Beschäftigung geprägt. Dabei bestehen Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Regionen: Westdeutsche Männer weisen über alle Erwerbsphasen hinweg den höchsten mittleren Anteil in Beschäftigung auf, ostdeutsche Männer die höchste mittlere Anzahl an Arbeitgeberwechseln. Bei Frauen in Ost- wie Westdeutschland sind insbesondere in der frühen Erwerbsphase geringere Anteile in Beschäftigung zu beobachten, denn in diese Zeit fällt auch die Familiengründung.

Hinzu kommen Trends, die über viele Kohorten hinweg zu messbaren Verschiebungen in den Erwerbsphasen der Beschäftigten führen. Hier sind insbesondere der deutliche Anstieg der Arbeitgeberwechsel und der Zeiten in Beschäftigung in der späten Erwerbsphase zu nennen, und in Westdeutschland eine Erhöhung der Arbeitgeberwechsel in allen Erwerbsphasen. Bei den Männern in Ostdeutschland ist eine Verringerung der Arbeitgeberwechsel festzustellen, bedingt durch die Umbrüche der Wendejahre. Bei Männern in Ost- wie in Westdeutschland ist in der frühen Erwerbsphase ein Rückgang der Gesamtdauern in Beschäftigung zu erkennen. Gerade in der frühen Erwerbsphase laufen damit die Trends in den Erwerbsbiografien der Männer und Frauen in unterschiedliche Richtungen. Die Analysen geben einen Einblick in die Stabilität von Erwerbsverläufen. Auch wenn gruppenspezifische Veränderungen sichtbar sind, ist ein umfassender Rückgang der Beschäftigungsstabilität über längere Erwerbsphasen nicht zu beobachten.

Es zeigte sich, dass

  • auch ältere Geburtsjahrgänge selbst in Teilphasen ihres gesamten Erwerbslebens in der Regel mehr als einen Arbeitgeber hatten.
     
  • weniger als 40 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der mittleren Erwerbsphase, also im Alter von 35 bis 49 Jahren, durchgängig nur einen Arbeitgeber haben.
     
  • die späte Erwerbsphase im Alter von 50 bis 60 Jahren am stabilsten ist, mit höheren Beschäftigungsanteilen und wenigen Arbeitgeberwechseln.
     
  • im Zeitverlauf Arbeitgeberwechsel tendenziell zugenommen haben, gerade in der späten Erwerbsphase jedoch auch die durchschnittlichen Beschäftigungszeiten.
     
  • in der frühen Erwerbsphase im Alter von 25 bis 34 Jahren Beschäftigungszeiten bei den Männern im Schnitt abgenommen, bei den Frauen jedoch zugenommen haben.


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Verlag Dr. Otto Schmidt vom 12.08.2026 14:08
Quelle: IAB online

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