Otto Schmidt Verlag


Arbeitsminister Heil plant ein "Arbeit-von-morgen-Gesetz"

Mit dem "Arbeit-von-morgen-Gesetz" will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil Arbeitsplätze im Fall einer Wirtschaftskrise schützen und die Qualifikationen der Arbeitnehmer für die Zukunft erweitern.

Das geplante Gesetz soll das Kurzarbeitergeld vereinfachen und die Weiterbildung fördern. Es soll an das "Qualifizierungschancengesetz" anknüpfen. Kurzarbeit soll danach in Zukunft weitestmöglich mit Qualifizierung verknüpft werden. Das Qualifizierungschancengesetz soll durch eine zweite Förderlinie erweitert werden. Dadurch sollen höhere Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit für die Qualifizierung sowie zum Lohn möglich werden.

Wesentliche Inhalte des geplanten Gesetzes: 

  • Beschäftigte, die in einem Unternehmen, in dem sie keine dauerhafte Perspektive mehr haben arbeiten, sollen zunächst mit öffentlicher Förderung im Betrieb bleiben können. Auch bei dieser »Perspektivqualifizierung« soll es Zuschüsse sowohl zur Weiterbildung als auch zum Lohn geben.
  • Überführt ein Unternehmen Beschäftigte in eine Transfergesellschaft, weil sie im angestammten Betrieb keine Perspektive mehr haben, soll dort längere Weiterbildung ermöglicht werden. Heute geltende Regeln - etwa die, dass Betroffene mindestens 45 Jahre alt sein müssen - sollen gelockert werden.
  • Für den Fall, dass Arbeitnehmer in einer Konjunkturkrise Kurzarbeitergeld beziehen und in einer Weiterbildung sind, soll es erleichtert werden, dass die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers vom Staat übernommen werden. Erleichterungen beim konjunkturellen Kurzarbeitergeld sollen im Krisenfall schnell eingeführt werden können.
     


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 22.08.2019,
Quelle: David Schneider, Institut für Deutsches und Europäisches Arbeits- und Sozialrecht der Universität zu Köln