Otto Schmidt Verlag

Aktuell im ArbRB

Tarifvertragliche Arbeitszeitmodelle zur Abmilderung des Fachkräftemangels - Arbeitszeiterhöhung durch moderne Quoten-, Volumen- und Kopfzahlmodelle (Kleinebrink, ArbRB 2019, 29)

In vielen Branchen besteht inzwischen ein erheblicher Fachkräftemangel. Arbeitgeber suchen deshalb häufig nach Möglichkeiten, das Arbeitszeitvolumen der Beschäftigten zu erhöhen. Neuere Tarifverträge, insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie, eröffnen entsprechende Gestaltungsspielräume. Der Autor stellt einige dieser tarifvertraglichen Regelungen dar und zeigt Möglichkeiten auf, wie diese Bestimmungen in Arbeitsverhältnissen genutzt werden können.

I. Flexible Erhöhung des Arbeitszeitvolumens

1. Festlegung der Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit („normale Vollzeit“)

2. Quotenregelung für eine verlängerte Vollzeit

3. Erhöhte Quotenregelung für Betriebe mit Sondersituation

a) Fachkräfteengpass

b) Hoher Fachkräfteanteil

4. Volumenmodell

5. Kopfzahlmodell

II. Auszahlung von Zeitguthaben

III. Nutzung der neuen tarifvertraglichen Möglichkeiten

1. Normative Tarifgebundenheit kraft Mitgliedschaft

2. Tarifgebundenheit kraft staatlicher Anerkennung

3. Haustarifvertrag

4. Vertragliche Bezugnahme auf Tarifverträge

5. Betriebsvereinbarungen als ungeeignetes Mittel

IV. Fazit

I. Flexible Erhöhung des Arbeitszeitvolumens

Moderne Lösungen für eine flexible Erhöhung der Dauer der Arbeitszeit sind Quoten-, Volumen- und Kopfzahlmodelle.

1. Festlegung der Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit („normale Vollzeit“)
Tarifvertragliche Möglichkeiten, die Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit zu erhöhen, setzen voraus, dass zunächst festgelegt wird, welche Dauer die regelmäßige tarifliche wöchentliche Arbeitszeit, die „normale Vollzeit“, aufweisen soll.

Musterformulierung
Die tarifliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit ohne Pausen beträgt (...) Stunden. Die individuelle regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit der in Vollzeit Beschäftigten entspricht grds. der tariflichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit.

Beraterhinweis
Teilzeitarbeit liegt hingegen vor, wenn die vereinbarte individuelle regelmäßige Arbeitszeit kürzer als die normale Vollzeit ist. Es empfiehlt sich hierfür der Begriff der „verkürzten Vollzeit“.

2. Quotenregelung für eine verlängerte Vollzeit
Eine Möglichkeit, die Dauer der regelmäßigen Arbeitszeit flexibel zu erhöhen, besteht darin, für eine bestimmte Quote der Beschäftigten eine Erhöhung der individuellen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit tarifvertraglich zu erlauben. Hierfür wird teilweise der Begriff der „verlängerten Vollzeit“ in Abgrenzung zur „normalen Vollzeit“ verwendet. Allerdings muss ...

 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 05.02.2019 17:45
Quelle: Verlag Dr. Ott Schmidt

zurück zur vorherigen Seite